Rekordjahr im NABU-Artenschutzzentrum
4.636 Pflegetiere aus 210 Arten im Jahr 2025
Entgegen der Hoffnung auf sinkende Pflegetierzahlen schnellte die Anzahl der Pflegetiere im Jahr 2025 mit 4.636 Tieren aus 210 Arten auf einen neuen Rekordwert empor. Und das, obwohl das Zentrum ab dem 25. Oktober aufgrund der Vogelgrippe nur noch eingeschränkt Vögel aufnehmen konnte.
„Die Hauptursachen für die hohen Pflegetierzahlen“, erläutert Bärbel Rogoschik, „waren zum einen auf eine äußerst hohe Anzahl an beschlagnahmten Tieren (649) zurückzuführen, zum anderen auf eine Hitzeperiode Mitte des Jahres, bei der allein an einem einzigen Tag 115 Notfälle aufgenommen werden mussten.“
Trotz neuem Höchstrekord: Zahl der Singvögel rückläufig
So wurden im Jahresverlauf 2.972 einheimische Vögel aufgenommen, wobei die Anzahl der Singvögel rückläufig war. Zu den häufigsten Vogelarten zählten 535 Ringeltauben, 381 Mauersegler, 303 Haussperlinge, 225 Mehlschwalben und 142 Rauchschwalben.
Während die Zahlen der Ringeltauben seit 2017 stetig ansteigen und die warmen Herbstmonate die Brutzeiten deutlich verlängern, sind die hohen Zahlen der anderen aufgeführten Vogelarten, die am Haus bzw. unter dem Dach brüten, auf die hohen Temperaturen am Neststandort zurückzuführen – und den damit einhergehenden Sprung in die Tiefe.
Zu den selteneren gepflegten Vogelarten zählten beispielsweise ein Zwergtaucher mit Kopfwunde, ein Singschwan mit leichtem Trauma, ein komplett abgemagerter Seeadler mit alten Brüchen, eine Steppenmöwe mit verschlucktem Angelhaken oder ein abgemagerter, mit einem Auto kollidierter Bienenfresser.
Säugetiere auf hohem Niveau, Igel rückläufig
Auch die Zahl der aufgenommenen Säugetiere lag auf einem sehr hohen Niveau – mit 669 aufgenommenen Tieren in 26 Arten.
Interessanterweise lag die Anzahl der aufgenommenen Igel mit 383 Tieren um 120 Tiere unter dem Vorjahreswert. Dazu kamen als häufigere Tierarten noch 68 Eichhörnchen, 63 Zwergfledermäuse und 29 Siebenschläfer.
Reptilienaufnahme an der Kapazitätsgrenze, Rekordwert bei Fischen
Die Zahl der gepflegten Reptilien und Amphibien lag mit 384 Tieren aus 46 Arten auf einem „normalen“ Niveau. Das hat zum einen mit dem Projekt der Wiederansiedlung der Europäischen Sumpfschildkröte zu tun, zum anderen sind es Kapazitätsgründe, die eine Aufnahme von Reptilien über ein bestimmtes Maß hinaus unmöglich machen.
Die größte Gruppe besteht alljährlich aus Schildkröten in 17 Arten, die sowohl eingezogen als auch als Fundtiere im Zentrum landen. Die Aufnahme von Riesenschlangen sowie dauerhaft kranken Landschildkröten ist seit Jahren ein Problem, da eine Vermittlung solcher Tiere einem Lottogewinn gleichkommt.
Einen zahlenmäßigen Rekordwert gab es im vergangenen Jahr bei den Fischen, die mit 487 Exemplaren sehr deutlich zu Buche schlugen.
1.666 Tiere aus dem Landkreis Gifhorn
Die meisten Tiere kamen 2025 erneut aus dem Landkreis Gifhorn
Die meisten Tiere stammten im Vorjahr aus dem Landkreis Gifhorn – mit bisher noch nie erreichten 1.666 Tieren.
Dem folgte Braunschweig mit 514 Notfällen, Peine mit 497, Hannover mit 383 und Wolfsburg mit 269 Individuen.
Insgesamt wurden Notfälle aus 46 Landkreisen oder kreisfreien Städten aus insgesamt 8 Bundesländern oder Stadtstaaten eingeliefert.
Umweltbildungsangebote gut gebucht
„Seit je her hat die Umweltbildung einen hohen Stellenwert im NABU-Artenschutzzentrum“, berichtet der erste Vorsitzende des Förderkreises Uwe-Peter Lestin. „Im Rahmen dessen fanden 95 Veranstaltungen statt, bei denen das Storchenfest wie jedes Jahr ein großartiges Ereignis darstellte. In diesem Jahr findet das Fest am 26. April 2026 von 11.00 bis 17.00 Uhr statt. Diesen Termin kann man sich schon einmal vormerken.“
Die Umweltbildungsangebote waren auch im vergangenen Jahr wieder gut gebucht. Insgesamt fanden 95 Veranstaltungen statt.
Ein besonderer Höhepunkt war erneut das Storchenfest, das sich fest im Jahresprogramm etabliert hat. In diesem Jahr findet es am 26. April 2026 von 11.00 bis 17.00 Uhr statt.
Fotohinweis
Foto: junge Mauersegler, drei von 381
Foto: Kolkrabe, einer von 10
Foto Quelle: Bärbel Rogoschik