Frage an die Bürgermeisterin Leiferde zur Thematik : "Kommunale Wärmeplanung".

Geschrieben am 17.04.2026
von meinersenapp


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Frage eines Bürgers

Günter Santelmann

Sehr geehrte Frau Fahlbusch-Graber,

vor dem Hintergrund der in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter steigenden Energiekosten – insbesondere im Bereich der Wärmeerzeugung – möchte ich mich erkundigen, ob es auf kommunalpolitischer Ebene bereits konkrete Strategien oder Planungen gibt, um dieser Entwicklung für die Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde Leiferde bzw. der Samtgemeinde Meinersen entgegenzuwirken.

Wie zahlreiche Studien und Entwicklungen auf Bundes- und Landesebene zeigen, ist langfristig mit einem Anstieg der Energiepreise zu rechnen. Ursachen hierfür sind unter anderem die Transformation hin zu klimaneutralen Energiesystemen, steigende CO₂-Preise sowie Investitionen in Infrastruktur und Versorgungssicherheit. Gerade im Wärmesektor besteht daher ein zunehmender Handlungsdruck für Kommunen, nachhaltige und zugleich bezahlbare Lösungen zu entwickeln.

In diesem Zusammenhang erscheint mir die Nutzung von Geothermie als besonders zukunftsfähige Option. Die Gemeinde Leiferde verfügt durch die vorhandenen, stillgelegten und versiegelten Ölbohrlöcher über infrastrukturelle Voraussetzungen, die grundsätzlich für eine geothermische Nachnutzung geeignet sein könnten. Laut verschiedenen Fachpublikationen wird die Umwidmung ehemaliger Bohrstandorte zunehmend als wirtschaftlich und technisch realisierbare Möglichkeit betrachtet, um erneuerbare Wärmequellen zu erschließen.

Darüber hinaus könnte das ehemalige Gelände der DEA als möglicher Standort für ein Geothermalkraftwerk oder eine entsprechende Wärmeerzeugungsanlage in Betracht gezogen werden. Solche Projekte werden bereits in anderen Regionen Deutschlands umgesetzt und tragen dort zur lokalen Energieversorgung sowie zur Stabilisierung der Wärmepreise bei.

Vor diesem Hintergrund möchte ich höflich anfragen:

Gibt es bereits Überlegungen oder Initiativen seitens der Gemeinde oder Samtgemeinde zur Nutzung von Geothermie?

Wurden die vorhandenen Bohrlöcher hinsichtlich einer möglichen Umnutzung geprüft oder bewertet?

Sind konkrete Maßnahmen oder Kooperationen geplant, um langfristig eine bezahlbare und nachhaltige Wärmeversorgung sicherzustellen?

Ich würde mich sehr über eine Rückmeldung zu diesem wichtigen Thema freuen, da es aus meiner Sicht eine große Chance für die regionale Energiezukunft darstellt und für Haushalte, die in Zukunft ihre Altanlage erneuern müssen, als zusätzliche klimaneutrale Möglichkeit zur Verfügung stehen könnte.

Mit freundlichen Grüßen
Günter Santelmann


 


Stephanie Fahlbusch Graber

Bürgermeisterin der Gemeinde Leiferde

Sehr geehrter Herr Santelmann,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Die Samtgemeinde verfolgt gemeinsam mit den Mitgliedsgemeinden verschiedene Ansätze und Projekte, um langfristig eine möglichst stabile, wirtschaftliche und zugleich umweltverträgliche Energieversorgung anzustreben.

Ein wichtiger Baustein ist dabei die kommunale Wärmeplanung. In diesem Zusammenhang hat das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) darauf hingewiesen, dass ehemalige Bohrstandorte grundsätzlich als möglicher Ansatzpunkt für geothermische Betrachtungen dienen können.
Die stillgelegten Bohrlöcher sind innerhalb der Samtgemeinde an unterschiedlichen Stellen vorhanden. Im Rahmen der Wärmeplanung werden solche Potenziale systematisch erfasst und bewertet.

Die kommunale Wärmeplanung umfasst eine Bestandsanalyse, eine Potenzialanalyse, eine Szenarienentwicklung, also welche Versorgungsoptionen grundsätzlich in Betracht kommen, sowie eine Umsetzungsstrategie. Dieser Prozess läuft derzeit in Zusammenarbeit zwischen Samtgemeinde und den Mitgliedsgemeinden. Informationen werden fortlaufend auf der Homepage sowie im digitalen Zwilling der Samtgemeinde eingepflegt (Energie- & Klimaschutzmanagement / Samtgemeinde Meinersen).

Die Ergebnisse aus der kommunalen Wärmeplanung werden zudem am 26.05. ab 15 Uhr im Kulturzentrum in Meinersen vorgestellt. Dort werden auch weitere Informationen rund um Energieversorgung und Bürgerbeteiligung präsentiert sowie weitere Fragen beantwortet.

Unabhängig davon ist uns bewusst, dass neben der technischen Machbarkeit auch Wirtschaftlichkeit und soziale Verträglichkeit entscheidend sind. Die Wärmeplanung kann diese Aspekte jedoch nicht überall bis ins Detail abbilden. Daher haben wir ergänzend weitere Schritte angestoßen, zum Beispiel Quartierskonzepte. In solchen Quartieren, sogenannten Baublöcken, kann deutlich kleinteiliger geprüft werden, welche konkreten Lösungen vor Ort realistisch und sinnvoll sind. Die Umsetzung im Nachgang ist dabei selbstverständlich auch eine Kostenfrage.

Um perspektivisch bürgernahe und bezahlbare Lösungen zu ermöglichen, wird zudem die Gründung einer Bürgerenergiegenossenschaft angestrebt. Ziel ist es, Projekte zur Wärme- und Stromversorgung ohne Gewinnmaximierung zu entwickeln und dadurch eine wirtschaftliche Energieversorgung für Bürgerinnen und Bürger zu etablieren. Hierzu haben sich bereits mehrere Interessierte zusammengefunden. Weitere engagierte und passive Mitglieder sind herzlich eingeladen, sich anzuschließen.

Wenn Sie hierzu nähere Informationen wünschen oder Interesse an einer Mitarbeit, passiv oder aktiv, haben, können Sie sich gerne direkt über das Funktionspostfach beim Klimamanager der Samtgemeinde, Herrn Eduard Beyer, melden: klimaschutz@sg-meinersen.de.

Herzliche Grüße
Stephanie Fahlbusch-Graber


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