Verdiente Bürgerinnen und Bürger wurden geehrt,
Rainer Tietje ist Ehrenbürger
Bürgermeister Thomas Spanuth durfte rund 160 Gäste beim festlichen Empfang der Gemeinde Meinersen herzlich begrüßen. Darunter rund 80 Neubürger und ebenso viele Vertreter der Vereine.
Für die passende musikalische Begleitung sorgten die Posaunenchöre aus Seershausen und Meinersen mit stimmungsvollen Beiträgen.

Im Mittelpunkt des Abends standen zahlreiche Ehrungen engagierter Persönlichkeiten, die für ihren besonderen Einsatz mit der Ehrenmedaille der Gemeinde Meinersen ausgezeichnet wurden.
Geehrt wurden Frauke Heisterhagen, Karsten Künne, Helga Piecha und Hans Weichsler.
Ehrung von Oberstabsfeldwebel und Kompaniefeldwebel Karsten Künne

Ehrung von Oberstabsfeldwebel und Kompaniefeldwebel Karsten Künne durch Gemeindedirektor Steffen Weichsler
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Gäste,
vor allem aber: lieber Karsten,
seit 1981 verbindet die Gemeinde Meinersen eine besondere Patenschaft mit der zweiten Kompanie des Panzerlehrbataillons 93 aus Munster. Was einst begann, um Soldaten und Bevölkerung einander näherzubringen, ist über die Jahrzehnte zu einer lebendigen, herzlichen und tragfähigen Verbindung gewachsen.
Viele Menschen haben diese Patenschaft geprägt – in der Verwaltung, in Vereinen, in der Bundeswehr. Doch eine Rolle ragt dabei immer besonders heraus: die des Kompaniefeldwebels, des „Spießes“.
Er ist das Rückgrat der Kompanie, das verbindende Element – und im besten Fall auch das „Ohr an der Patengemeinde“.
Und genau so einer bist Du, lieber Karsten Künne.
Seit Dezember 2008 bist Du der „Spieß“ der „Zwoten“. Dein Weg dorthin begann 1992 bei der Bundeswehr und führte Dich über verschiedene Stationen schließlich nach Munster. Doch was Deine Zeit besonders macht, sind nicht nur Daten und Dienstgrade – sondern das, was Du daraus gemacht hast.
Dein erster Auftritt in Meinersen? - Unvergessen.
Ein Bus voller Gäste, ein neuer Spieß – und 4,33 Euro Verpflegungskosten, bitte passend, ohne Wechselgeld, im strömenden Regen.
Spätestens da war klar: Das passt.
Und es passte – über all die Jahre hinweg.
Du hast die Patenschaft nicht nur verwaltet, Du hast sie gelebt.
Ob Schützenfest, Fußballturnier, Volkstrauertag oder der Familientag in Munster – die Zahl der Begegnungen ist unter Deiner Regie stetig gewachsen.
Legendär wurde auch Deine „Gewässerübung Boot“ auf der Oker – einst belächelt, heute fester Bestandteil der Patenschaft.
Manche sagen, Du suchst dort bis heute Dein verlorenes Portemonnaie…
Doch bei aller Heiterkeit: Es sind die vielen kleinen und großen Gesten, die zählen.
Krankenbesuche, persönliche Kontakte, Weihnachtskarten Deiner Kompanie – all das hat diese Verbindung geprägt.
Heute sind aus Begegnungen Freundschaften geworden.
Auch innerhalb Deiner Kompanie hast Du Maßstäbe gesetzt.
Du bist – wie man so sagt – die „Mutter der Kompanie“.
Und wenn man sich umhört, hört man immer wieder denselben Satz:
„Der Spieß ist der Beste. – unser Spieß“
Lieber Karsten,
Dein Einsatz für die Patenschaft war außergewöhnlich.
Du hast dazu beigetragen, dass die Verbindung zwischen Bundeswehr und Gemeinde nicht nur besteht – sondern lebt und wächst.
Du hinterlässt ein bestens bestelltes Feld.
Dafür wollen wir heute Danke sagen und dich mit der Ehren-Medaille der Gemeinde Meinersen auszeichnen.
Nach vielen Jahren im Dienst für unser Land – beginnt nun bald Dein neuer Lebensabschnitt.
Ruhestand?
Ich habe da so meine Zweifel…
Ich vermute, deine Frau Anke, hat bereits eine ganze Liste an Aufgaben, die auf dich - Karsten wartet.
Und ganz loslassen wirst Du ohnehin nicht: Als Reservist bleibst Du der Bundeswehr erhalten – natürlich wieder als Spieß. Was auch sonst.
Lieber Karsten,
die Gemeinde Meinersen sagt heute von Herzen Danke.
Danke für Deinen Einsatz, Deine Verlässlichkeit, Deinen Humor und Deine Menschlichkeit.
Ihr seid jederzeit willkommen hier bei uns.
Und wir sind sicher: Die Verbindung wird bleiben.
Lieber Karsten:
Wir werden Dich vermissen.
Vielen Dank.
Laudatio für Frauke Heisterhagen

Laudatio für Frauke Heisterhagen
Liebe Frauke (ich bleibe beim Du, da wir uns schon lange kennen).
Du bist die Rektorin unserer Hauptschule und engagierst dich seit Jahren über das normale Maß deiner beruflichen Tätigkeit hinaus für Kinder und Jugendliche.
Du nimmst dir Zeit, hörst zu und hilfst auch dort, wo andere längst „nach Feierabend“ aufhören würden.
Dein offenes Ohr, deine Herzlichkeit und dein unermüdlicher Einsatz machen dich für viele Jugendliche zu einer wichtigen Stütze und Ansprechpartnerin im weiteren Leben, wenn die Schule schon längst vorbei ist.
Im Förderverein bist du im Einsatz, nicht nur organisatorisch, sondern auch vor Ort z. B. beim Weihnachtsmarkt, wo man dich direkt am Verkaufsstand findet.
Die selbst gestrickten Socken und Handschuhe im Angebot sowie viele Dinge, welche du mit deinen Schülerinnen und Schülern anfertigst.
In der Werk-AG wurden auch Nistkästen für unseren Dorfgarten angefertigt und ich sehe noch den Stolz in den Gesichtern der jungen Leute bei der Übergabe.
Du liebe Frauke bist in Meinersen eine Institution, obwohl du selbst nicht in der Gemeinde wohnst, aber eindeutig mehr Zeit hier verbringst.
Aus diesem Grund freue ich mich sehr, dass ich diese Laudatio für dich halten durfte.
Herzlichen Glückwunsch zu Deiner Ehrung.
Laudatio für Hans Weichsler

Laudatio für Hans Weichsler
Lieber Hans,
seit vielen Jahren setzt Du Dich für die Belange Päses und seiner Einwohner ein. Die Liste ist lang:
So hast Du schon vor Jahrzehnten dem Arbeitskreis für Dorferneuerung angehört. Von Dir stammt auch die Idee, die düsteren Fichten, die den Päser Friedhof einrahmten, durch eine Buchenhecke zu ersetzen.
Unter Deiner starken Mithilfe wurde das Projekt in mehreren Jahren ausgeführt. Dazu hast Du auf dem Päser Friedhof mit einigen Helfern zwei Geräteständer in äußerst robuster Bauweise errichtet.
Die Bauarbeiten beim mehrjährigen Ausbau des Dachgeschosses des alten Küsterhauses hast Du ebenfalls geleitet und wie man es von Dir kennt auf genaue und sorgfältige Ausführung aller Gewerke geachtet. Als Unternehmer hast Du die Elektroarbeiten kostenlos ausgeführt.
Als die Renovierung des Bürgerheims in Päse anstand, hast Du wieder die Leitung übernommen. Stets hast Du an vorderster Front mitgearbeitet.
Für die Teilnahme Päses an den erfolgreichen Dorfwettbewerben „Unser Dorf soll schöner werden – unser Dorf hat Zukunft“ und den Europawettbewerb „Entente Florale“ hast Du Dich in vielfacher Weise engagiert.
16 Flohmärkte – zuletzt mit mehreren Tausend Besuchern – wurden in Päse organisiert und immer erfolgreich und unfallfrei durchgeführt – ohne Dich wären diese Großereignisse schwer möglich gewesen.
Natürlich warst Du auch viele Jahre in der Freiwilligen Feuerwehr Päse aktiv.
Vor über 25 Jahren hast Du den Verein Dorfleben mitgegründet und warst von Anbeginn 2. Vorsitzender und bist nun 1. Vorsitzender.
Nicht zu vergessen ist Deine Arbeit als filmschaffender Chronist. Seit den 80er-Jahren filmst Du Ereignisse und Besonderheiten aus unserer näheren Heimat und stellst sie an Filmabenden gelegentlich vor.
Dem Rat der Gemeinde Meinersen ist es eine Ehre, Dir heute für Deine außerordentlichen Verdienste die Ehrenmedaille der Gemeinde Meinersen verleihen zu dürfen.
Laudatio für Helga Piecha

Laudatio für Helga Piecha
Liebe Helga,
liebe Anwesende,
heute ehren wir mit Helga Piecha eine Frau, die sich über viele Jahrzehnte hinweg mit außergewöhnlichem ehrenamtlichem Engagement für unsere Gemeinschaft eingesetzt hat.
Seit ihrem Eintritt in die SV MAP im Jahr 1985 hat Helga das Vereinsleben maßgeblich geprägt.
Bereits ein Jahr später übernahm sie als Übungsleiterin Verantwortung – und blieb dem Turnen bis heute treu.
Ob Kinderturnen, Eltern-Kind-Angebote, psychomotorische Förderung oder Damengymnastik: Helga hat mit viel Fachwissen, stetiger Weiterbildung und großem persönlichen Einsatz Generationen von Menschen bewegt und begleitet.
Sie hat viele Jahre dazu beigetragen, dass die SV MAP ein vielfältiges und qualitativ hochwertiges Bewegungsangebot - besonders für Kinder - bieten konnte.
Die psychomotorische Bewegungsförderung wurde sogar von den Krankenkassen anerkannt.
Auch die Damen turnten stets gern unter ihrer fachkundigen Anleitung. Und die Männer? Nun ja, Helgas Vertretungsstunden beim Männerturnen waren durchaus gefürchtet.
Doch nicht nur im Sportverein war Helga aktiv – auch bei den Landfrauen brachte sie sich stets engagiert ein.
Und selbst heute ist sie noch aktiv, übernimmt Vertretungsstunden in der Turnhalle und engagiert sich im Nähcafé.
Was Helga auszeichnet, ist neben ihrer Energie und ihrem Fachwissen vor allem ihre herzliche, humorvolle Art und ihre Fähigkeit, andere zu motivieren und zu unterstützen.
Liebe Helga,
dein ehrenamtlicher Einsatz ist alles andere als selbstverständlich – und verdient unseren größten Respekt und Dank.
Herzlichen Dank für alles, was du für uns getan hast!
Ein besonderer Höhepunkt war die Ernennung von Rainer Tietje zum Ehrenbürger der Gemeinde Meinersen.
Dieser bedankte sich nicht nur für die Auszeichnung, sondern sorgte im Anschluss mit einem humorvollen Sketch für beste Unterhaltung und viele lachende Gesichter im Publikum.

Verleihung der Ehrenbürgerschaft an Rainer Tietje

Verleihung der Ehrenbürgerschaft an Rainer Tietje
Lieber Rainer,
wir freuen uns sehr, dass Du heute hier unter uns bist.
Lieber Rainer, wir möchten Dir einmal danke sagen, Dir und Deiner lieben Frau Ilse.
Danke wofür könntest Du fragen, ja einfach nur weil Du da bist, könnte ich antworten und füge nun gleich hinzu: und diese Gemeinde in den letzten Jahrzehnten so ungemein bereicherst.
In Gesprächen mit alten Weggefährten, einer davon ist heute unter uns, er kennt Dich seit dem 8. Lebensjahr, sind so viele schöne Erinnerungen zu Tage getreten, die viele von uns mit Dir teilen.
Angefangen hat alles vielleicht beim Fußball. In der A-Jugend sehr erfolgreich beim MTV Gifhorn warst Du zu Höherem berufen. Doch es hat Dich wieder nach Ahnsen und Meinersen verschlagen. Hier auf dem Dorf war und ist Dein Zuhause.
Dorfkultur und alles was damit zusammenhängt – Fußballer, Jäger, Hobbylandwirt, Skatspieler und guter Freund. Das Interesse an den Menschen hier, besonders an denen, die ihre Eigenart bewahrt haben und zu den Originalen zählen, so wie Du selbst eines bist.
Der SV MAP hatte es Dir früh angetan, nicht allein beim Fußball - Du warst ein sehr guter Tennisspieler dazu, besonders in der Mix-Runde mit den Damen des Vereins.
1987 begann es dann mit einem Alt-Herren Kameradschaftsabend beim Glaser mit einzelnen Auftritten, quasi wie eine kleine Karnevalssitzung. „Das müssen wir mal für die Gemeinde aufführen“ sollst Du gesagt haben und diese Idee wurde umgesetzt.
1988 war die erste SV-Sitzung in Voges Saal, ein voller Erfolg, der gleich im nächsten Jahr wiederholt werden musste. Nach 15 Jahren hörten die meisten Elferratsmitglieder auf, aber Du bliebst und übernahmst mit neuem Elferrat das Präsidentenamt wie immer perfekt – wir erinnern uns an die Eröffnung in Voges Saal mit Pferd, Piaf-Auftritte über die Bühne oder im Tutu als Ballettmaus – Übertragungen im Fernsehen – „er bleibt sowieso so wie er ist: unser Präsident“ hat mir ein Weggefährte geschrieben.
Mit dem Karneval hast Du mit Deinem Team unsere Gemeinde Meinersen bis weit über ihre Grenzen hinaus bekannt gemacht, ja, wahrscheinlich wäre dieses Kulturzentrum nie entstanden ohne den Karneval – Kuppelsaal nennst Du es liebevoll, dieses Haus, das in diesem Jahr 30 Jahre alt wird.
Vielen Menschen Freude bereiten - das ist Deine größte Freude und wieviel Veranstaltungen würden ohne Deine Auftritte einfach nur langweilig bleiben.
Die Teves-Mitarbeiter erinnern sich an die Jahresevents mit 10 000 Zuschauern aus der Region. Du hast einmal den großen Eventplatz mit Sand füllen lassen, etwas zu groß geraten der Strand in Gifhorn, die Chefetage entsetzt aber am Ende waren alle begeistert, sogar die Gewerkschaft.
Schützenfest in Ahnsen, das Zelt kochte, platzte aus allen Nähten wenn Du als Oberst richtig losgelegt hast. Einmal wurde der Kamillekönig ausgerufen, doch nicht jeder wollte es werden und war im Schützenfest auf dem Feld zu sehen – beim Kamille hacken.
Die Ahnser Treibjagd, die Hasen wurden immer weniger, die Jagdgesellschaft immer größer und das Jagen trat in den Hintergrund. Das Schüsseltreiben am Abend wurde zum gesellschaftlichen Ereignis. Gemeinsam mit Deinem Freund Hans-Otto hast Du es verstanden mit Rede und Gegenrede unterhaltsame Abende zu einem unwiederbringlichen Erlebnis werden zu lassen.
Bei all dem Rampenlicht bist Du aber immer ein mitfühlender Mensch geblieben. Deine Aufmerksamkeit galt immer denjenigen, die abseits stehen.
Ich kann mich erinnern, dass Du einem jungen Menschen, der es nicht leicht hatte, bei Teves eine Chance gegeben hast auch auf die Gefahr hin, dass es schief gehen könnte. „Dann nehme ich es eben auf meine Kappe“, hast Du gesagt.
Wenn ein Freund krank ist, wird er besucht wie z.B. zur Zeit unser Ehrenbürgermeister Ernst-August Niebuhr in Bad Harzburg.
Und dann ist da noch der tiefe Gerechtigkeitssinn, wahrscheinlich manchmal etwas zu ausgeprägt wie in frühen Jahren beim Punktspiel in Meinersen als Du im Streit den Schiri gefragt hast, ob er Ärger oder Schläge haben wollte. Er entschied sich für Schläge und der Schlag in die Magengegend hat Dir ein Jahr Spielverbot gebracht.
So war es nur eine Frage der Zeit bis Du Schiedsmann der Samtgemeinde Meinersen geworden bist. Mit Deiner Menschenkenntnis konntest Du viele Streitigkeiten schlichten, manchmal auf Deine Art und Weise.
Einmal ging es um ein Pony. Natürlich wissen wir nicht, ob es nur störte oder es um eine unbezahlte Rechnung ging. Du hast das Pony gekauft und das Verfahren war damit einvernehmlich beendet.
Lieber Rainer, nun bald 80 Jahre bist Du ein Dorfkind geblieben, einer von uns, eine Persönlichkeit, der Meinersen viel zu verdanken hat.
Es ist deshalb dem Gemeinderat eine Ehre, Dir heute die Ehrenbürgerschaft verleihen zu dürfen.
Der Abend klang in einer herzlichen und fröhlichen Atmosphäre aus.
Besonderer Dank gilt Herrn Lothar Müller vom „Forum für Fotografie Meinersen“ für die Fotoaufnahmen.

Auf dem Gruppenfoto sind die Laudatoren und Geehrten von links nach rechts zu sehen: Stellv. Bürgermeister Wilfried Voiges, Gemeindedirektor Steffen Weichsler, Vorsitzende des Sport-, Sozial- und Kulturausschusses Jana Laske, Oberstabsfeldwebel Karsten Künne, Helga Piecha, Frauke Heisterhagen, Ehrenbürger Rainer Tietje, Hans Weichsler, Bürgermeister Thomas Spanuth.

