Herbstmärkte
Tradition, Geschichte und regionale Spurensuche
Wer sagt es denn – im Herbst ist ja nichts mehr los! Das stimmt doch so nicht, denn wenn man Überland fährt, begegnen einem überall Schilder und fordern zum Besuch des Herbst- marktes auf. Doch was hat es eigentlich damit auf sich?
In der Zeit des 11. bis 16 Jahrhundert entstanden viele Herbstmärkte. Daher haben viele dieser Märkte eine bereits jahrhundertalte Tradition. Wenn die Ernte eingebracht war, verkauften die Bauern Getreide, Obst und Gemüse, welches sie selbst nicht benötigten, auf den Märkten. Auch wurde oft Vieh zum Kauf angeboten, da meist das Futter über den Winter nicht für alle Tiere reichte. Zudem kauften die Menschen warme Kleidung für den bevorstehenden Winter, aber auch Handwerksgegenstände konnten an den Mann und die Frau gebracht werden.
Nach getaner Erntearbeit war nun auch wieder Zeit zum Feiern und zum Heiraten. Außerdem lernten sich auf den Märkten viele Paare kennen. Daher nannte der Redakteur eines Wochen- blattes 1920 den Markt in Bruchhausen Vilsen „Brokser Heiratsmarkt“.
Besondere Marktrechte, die erlassen wurden, brachten einen erhöhten Schutz für die Besu- cher. In einigen Regionen waren die Märkte eng mit der Kirchweih (dem Tag an dem die Kir- che geweiht wurde) verbunden und wurden rund um Kirchweih abgehalten. Besonders zu nennen ist der Hamburger Dom. Dieses Marktspektakel wurde im Mariendom zu Hamburg abgehalten und hat daher bis heute die Bezeichnung Dom (Frühlings-, Sommer- und Winter- Dom) behalten. Der Veranstaltungsort allerdings musste mehrfach gewechselt werden und seit 1900 findet der Dom ausschließlich auf dem Heiligengeistfeld statt.
Inzwischen sind viele dieser historischen Märkte zu riesigen Vergnügungsveranstaltungen geworden. Größer, höher, schneller und spektakulärer scheint das Motto zu sein. So fallen mir sofort der Stoppelmarkt in Vechta (der Name entstand, da 1577 nach einer Pest-Epidemie der Markt vom Ortsinneren auf ein Stoppelfeld verlegt werden musste ), der Freimarkt in Bremen, (der Name bezieht sich darauf, dass keine üblichen Handelsbeschränkungen und Marktzwän- ge galten) aber auch das weltweitbekannte Oktoberfest und auch die Cannstatter Wasen in Stuttgart ein, wobei der Name Wasen hier ein großes Stück Grünland, also den Festplatz be- zeichnet.
Um diesen Artikel zu verfassen musste doch Einiges recherchiert werden. Genauso, wie wir es jede Woche wieder aufs Neue machen, wenn uns die diversen Anfragen zu Themen aus der Region, zu Familien, Personen, Gebäuden und Ereignissen erreichen. Das reicht von einer Präsentation zur 800 Jahrfeier in Böckelse, Daten und Fakten zum Zugunglück am 19.08.1926 bei Leiferde über Transkription von alten Schriften bis hin zur Unterstützung der Realschule, um eine Gedenktafel für Zwangsarbeiter auf dem Friedhof Meinersen zu ermöglichen.
Dieses und vieles mehr sind nur einige unserer Aufgaben und gerne zeigen wir ihnen bei ei- nem Besuch im Archiv der Samtgemeinde Meinersen, in der Dalldorfer Straße 9 in Meinersen noch mehr von den Schätzen der Samtgemeinde, die wir im Haus der Geschichte verwahren.
Wir sind jeweils montags (ausgenommen Feiertage) von 10:00-12:00 Uhr und 15:00-17:00 Uhr ohne vorherige Anmeldung für sie da.
Andere Termine am: Mittwochnachmittag 13:00 bis 17:00 Uhr und Freitag- vormittag 09:00 bis 13:00 Uhr jedoch nur nach vorheriger Terminabsprache
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